Über mich

Dass ich einmal Künstler werde, hätte ich nie gedacht. Aber jeder hat es selbst in der Hand, zu welchem Menschen er sich entwickelt. Du bist neugierig, wer ich bin? Dann erfährst du auf dieser Seite ein paar Dinge über mich.

Imagefilm Martin Schüler

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Zuerst einmal: Ja, ich bin Maler.

Mein Name ist Martin Schüler und ich wohne derzeit in Cottbus, einer mittleren Stadt einhundert Kilometer südlich von Berlin. Geboren in Calau und aufgewachsen im Spreewald, zog mich das Abitur hierher. Im Herbt 2020 werde ich eine Ausbildung in der Verwaltung beenden und arbeitete lange für einen privaten Sicherheitsdienst. Zu meinen Hobbys gehören Bücher und Sport. Ohne viele Details nennen zu wollen, bestand mein bisheriges Leben aus Höhen und Tiefen, die mich zu dem Menschen formten, dessen Buch Sie gerade in den Händen halten. So litt ich lange unter dem Asperger Syndrom, zu dem ich erst eine Diagnose bekam, als ich bereits sechzehn Jahre alt war. Das Asperger Syndrom ist eine schwache Form des Autismus. Zuvor hieß es, ich sei ein hyperaktives Kind. Durch die falsche Diagnose hatte ich viel zu leiden und brauchte länger als die meisten Kinder, um ein stabiles Eigenleben zu entwickeln. Doch heute fühle ich mich stark. Ich wuchs mit den Herausforderungen. Ich bin ein Kämpfer. Und ich versuche, mich selbst nicht allzu ernst zu nehmen.

Dass ich einmal von anderen als "Künstler" bezeichnet werde, hätte ich als Kind wohl nie gedacht. Im Kunstunterricht war ich eine Niete, konnte weder einen geraden Strich oder einen runden Kreis malen. Mich frustrierten die schlechten Noten, die ich folglich bekam. Immer sagten mir meine Lehrer, wie Kunst auszusehen hätte, als wäre die Arbeit mit dem Pinsel oder anderen Werkzeugen Produkt einer faden deutschen Norm.

Als Jugendlicher interessierte ich mich dagegen sehr für die Fotografie und den Film. Ich suchte den richtigen Ausschnitt und spannende Motive. Am Ende meiner Pubertät schrieb ich Essays und Kurzgeschichten, wollte Schriftsteller zu werden. Aber zu oft scheiterte ich daran, viel Geld in diese Leidenschaften zu investieren, ohne daran zu verdienen. Aufgegeben habe ich diese Leidenschaften aber nie komplett. Ich lerne aus allem, was ich versuche und profitiere davon. Es gibt wenig, was mir unmöglich scheint, weshalb ich vieles schaffe. Ich will alles wissen, alles sehen.

Aus heutiger Sicht waren diese Leidenschaften wichtig für mich, um mich auszudrücken, wo ich über meine Gefühle nicht sprechen konnte.

Im Herbst 2018 stand ich dann vor einem neuen Wendepunkt in meinem Leben. Aufgrund vieler Veränderungen und dem Druck, in der Erwachsenenwelt anzukommen, verfiel ich in eine Depression. Ich wusste nicht, wohin mich die Zukunft führen sollte, sah kein Licht am Ende eines langen dunklen Tunnels. "Wer bin ich und was will ich?", fragte ich mich.

In dieser Zeit begegnete ich Gondula. Gondula ist eine traurige Plüschtierkatze, der ich diesen Namen gab. Sie war für mich ein stiller Zuhörer und ein Wesen, dass mir das Gefühl gab, geliebt zu werden und nicht allein zu sein. In einem deliriumartigen Moment trug sie mir später auf, Kuscheltiere zu malen, um der Welt etwas an Gefühlen wiederzugeben. Als sie mir sagte: "Du musst uns alle malen", befand ich mich im Hauptbahnhof Berlin. Auf einmal sah ich hunderte Plüschtiere von der Decke hängen, alle gemalt auf Leinwand.

Und so malte Gondula und war selbst sehr überrascht, was dabei rauskam. Ich schnappte mir einfach die größte Leinwand, die ich auf die Schnelle kaufen konnte. Und mir war es irgendwie egal, ob es nun ein Kunstwerk werden sollte oder nicht. Vielmehr arbeitete ich meine Fehler noch mehr heraus - aus Protest. Nach rund zwölf Stunden hielt ich ein quadratmetergroßes Bild in den Händen. Ich war fasziniert von dem, was ich da schuf. Dieses Bild kam mir anders vor, als alles, was ich bisher gesehen habe. Meine ganzen Probleme beim Malen sahen auf einmal nicht mehr nach Fehlern aus.

Es war Popart. Groß, bunt und voller Empathie. Und in meinen vielen Fehlern erkannte ich einen eigenen Stil.

So malte ich ein Kuscheltier nach dem anderen, wie es sich Gondula von mir wünschte. Schon ein Dreivierteljahr später eröffnete ich meine erste eigene Ausstellung im ZELIG Cottbus. In dem Wintergarten des Restaurants waren fast alle Stühle besetzt und die Wände doppelreihig mit Bildern behangen, weil es so viele davon zu zeigen gab. Ich wurde mir sicher, ein großes Talent zu besitzen, welches ich nutzen muss. Dass bei meiner zweiten Ausstellung im Januar 2020 die Gäste bereits stehen mussten, weil die Tische besetzt waren, haute mich um.

Vielleicht ist es auch gerade das Kuscheltier, wonach sich die Menschen sehnen. Kuscheltiere symbolisieren Nähe, Wärme und Geborgenheit - Grundbedürfnisse in unserem Leben. Und sie sind ein Symbol der Kindheit. Ich glaube, es gibt viele Erwachsene, die gern wieder einen Tag lang ein Kind wären. Einmal wieder darf man alle Gefühle auslassen, die in einem stecken. Und wenn man fällt, gibt es jemanden, der einem aufhilft. Kind sein, heißt auch, so sein zu dürfen, wie man sein will. Erst das spätere Leben setzt uns Grenzen auf.

Die Kunst half mir, meine einsame und beengte Welt zu verlassen. 2019 veröffentlichte ich mein erstes Kunstbuch und erzielte bereits gute Verkäufe. Ich reiste bis nach London, um Kunst zu sehen. Für ein Landei wie mich war das der erste Flug überhaupt, den ich ganz allein hinter mich brachte. Es entstanden mehrere Kunstserien.

Darüber hinaus nehme ich unter dem Künstlernamen mkayogre Musik mit dem Berliner Musiker und Produzenten Taube auf.

 

Martin ist Teil der Künstlerbewegung Claude.