Türkei (Mittlerer Osten)

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23. August 2021

Lieber Freund,

heute erzähle ich dir von meiner Reise in die Türkei. Ans Ziel kam ich diesmal aber nicht mit dem Paket oder per Flugzeug, sondern begleitete zwei Camper aus Cottbus in ihrem Van. Ich erlebte einen echten Roadtrip durch halb Europa bis an den Bosporus. Neben dem Van nahm ich mein eigenes Gondula-Mobil mit, dass mir der Künstler Jimmy Cutaka aus Halle schenkte. Miau Miau Miau.

Um überhaupt erst bis in die Türkei zu kommen, mussten wir unzählige Grenzen passieren. Mit meinen Plüschpaten Mike und Kathrin wählten wir eine Route durch Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien, um am Ende in Kapikule von der Zöllnerin unsere Pässe stempeln zu lassen. Sogar mein Reisepass wurde mit einem Nachweis über den Grenzübertritt bedacht – nebst einem gekritzelten Herzchen und einem Smiley. Ist das nicht süß?!

Stopp Nummer eins war die Galatabrücke in Istanbul, die das ins Marmarameer mündende Goldene Horn an der europäischen Seite des Bosporus zwischen den Istanbuler Vierteln Eminönü im Stadtbezirk Fatih und Karaköy (Galata) im Stadtbezirk Beyoglu verbindet. Von dort hatte ich einen tollen Ausblick. Aber diese Metropole war längst nicht so spannend wie die Region Kappadokien, bekannt für seine Feenkamine. Das sind kegelförmige Gesteinsformationen, die sich durch den Ort Göreme und dem Tal der Mönche ziehen. Bereits 7500 vor Christus siedelten sich hier Menschen an. Bis ins 20. Jahrhundert lebten hier Christen und versteckten sich, weil sie oft verfolgt und ausgeraubt wurden. So entstanden in Fels gehauene Wohnungen und über 3000 Kirchen - allesamt gut versteckt. 

Übrigens fand zeitgleich mit meinem Besuch in Kappadokien das jährliche Heißluftballon-Festival statt. Der strahlend blaue Himmel war übersät mit hunderten bunter Ballons. Miau Miau Miau.

In der Hauptstadt Ankara sahen wir uns die Kocatepe Moschee an. Sie ist die größte Moschee in Ankara und eine architektonische Meisterleistung, die zwanzig Jahre Bau in Anspruch nahm. Der Grundstein wurde 1967 gelegt. Eigentlich sollte es ein modernes muslimisches Gebetshaus werden, aber später setzte sich ein traditioneller Entwurf durch. Fertigstellung war 1987. Die Kocatepe Moschee ist das Wahrzeichen Ankaras und Vorbild für unzählige Moscheen auf der ganzen Welt. Hier glitzert alles und der Boden besteht aus feinstem Teppich. 

Aber Geschichte ist nicht immer ein Zeichen des Ruhms, sondern kann auch eine Mahnung an „uns“ Menschen sein. Das wurde mir im Mevlana Kloster in Konya bewusst, das längst kein Ort mehr für Gebete ist. Aufgrund des Gesetzes Nr. 677 der türkischen Regierung unter dem Staatsgründer Attatürk dürfen hier keine religiösen Rituale mehr abgehalten werden. Das Kloster wurde in ein Museum umgewidmet. Es stand für den Glauben der Mevlevi-Derwische, der nicht mit den Zielen der Türkei vereinbar war. So wurde eine uralte Religion, die Lehre Maulanas, verboten, die die Liebe als den Mittelpunkt des Universums ansah. Das passt nicht in die heute konservative Türkei.

Insgesamt stießen wir in dem Land auf etliche Spuren der Geschichte. Das bringt mich auf die antike Stadt Pergamon, die mir Mike und Kathrin unbedingt zeigen wollten. Nahe der Westküste Kleinasiens war sie im 3. und 2. Jahrhundert vor Christus die Hauptstadt des Pergamenischen Reichs, welches sich über weite westliche Teile Kleinasiens erstreckte. Nach einer Legende wurde hier das Pergament erfunden und tatsächlich war diese Stadt Zentrum dessen Produktion. Wahr ist auch, dass man unter der kunstsinnigen Dynastie der Attaliden aus der Stadt ein zweites Athen machen wollte. So finden sich auch hier eine Akropolis und diverse noch erhaltene Prachtbauten. Ich habe mir vorgenommen, Cottbus nach diesem Vorbild umzugestalten. Diese Stadt war einst Zentrum von Kunst und Wissenschaft und stand im Laufe der Geschichte unter der Flagge der Griechen, Römer und nun der Türkei. Noch heute zeugen Säulen und das Theater von den zahlreichen Heiligtümern, die hier einst standen. Eine Rekonstruktion des weltberühmten Pergamon-Altars findest du übrigens im gleichnamigen Museum in Berlin. Pergamons Untergang begann mit dem Untergang des Römischen Reiches. Ich lerne daraus, dass Geschichte lebendig ist und auch die Vergangenheit große Kulturen hervorbrachte.

Weitere Zwischenstopps waren die Insel Boczaada und der Salda See. Diesen Bericht kann ich aber nicht beenden, bevor ich dir von meinen Plüschpaten erzähle: Gemeint sind natürlich Mike und Kathrin, die Eltern vom Mika Mobil Van. Mit viel Liebe haben die beiden Cottbuser einen Opel Movano vom Lastenbus zum Wohnmobil ausgebaut. Ihr Baby quasi, aber nicht ihr erster Umbau eines Vans. Nach vielen kleineren Ausbauten anderer Transporter - schon viele, viele Jahre vorher - bauten Mike und Kathrin 2015 das Vorgängermodell, Mika 1.0, professionell aus. Dieser hat sie bis 2019 treu begleitet, dann kam Mika 2.0. Das ist der schwarze Van auf den Fotos. Sie lieben es zu reisen und raus aus dem Trott und dem Alltag zu kommen. Weg vom Negativen, rein ins Leben. Kultur interessiert sie genauso wie die Natur. Vor allem aber lieben die Beiden Südosteuropa und die Türkei. In ihren Berufen arbeiten Mike und Kathrin bereits ihr Leben lang. Ihre vier Kinder sind nun erwachsen. Deshalb können die beiden auch an sich denken und die Welt erobern. Ist das nicht eine spannende Sache? 

Miau Miau Miau. Für mich war es ein Riesenspaß, sie begleiten zu dürfen. Ein Roadtrip war eine völlig neue Erfahrung für mich. 



Es grüßt obrigkeitlich, Königin Gondula.