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Vom Kinderzimmer ins Parlament – wenn 5.000 Kuscheltiere vor dem Landtag warten

Aus einem Aufruf entstand eine bundesweite Bewegung: Erwachsene, Kinder und Betroffene aus ganz Deutschland meldeten sich, um ihre Erfahrungen zu teilen. Im Mittelpunkt standen dabei Themen wie Kindeswohlgefährdung, Missbrauch und der Wunsch nach mehr Schutz für Kinder und Jugendliche. Tausende Kuscheltiere wurden gesammelt – und schließlich wurde daraus eine öffentliche Aktion vor dem Parlament in Potsdam, die weit darüber hinaus Schlagzeilen machte.

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„Eine Kuschelkatze im Landtag, Tausende Tiere vor dem Parlament: Ein Künstler will Kinderstimmen hörbar machen.“ — stern (dpa)

Mein Name ist Martin Schüler. Künstler, Aktivist, einst selbst Betroffener.

Aus einem einfachen Aufruf ist etwas entstanden, das ich so nicht geplant habe, aber das sich aus vielen Erfahrungen, Gesprächen und Rückmeldungen entwickelt hat. Ich habe Menschen gebeten, mir Kuscheltiere, Briefe und Erinnerungen aus ihrer Kindheit zu schicken. Dinge, die uns einmal begleitet haben, uns gehalten haben, uns geprägt haben. Manchmal schön. Manchmal auch voller Brüche.

Vor dem Hintergrund von Missbrauchsfällen und Kindeswohlgefährdungen, die viel zu oft im Verborgenen bleiben, wollte ich diese Arbeit nach außen tragen.

Die Resonanz kam aus dem ganzen Land. Aus Kinderzimmern, aus Familien, aus Geschichten, die oft lange niemand erzählt hat.

Mitten in Berlins Regierungsviertel in die Öffentlichkeit

Daraus ist zunächst eine Ausstellung in der Landesvertretung Brandenburgs im Berliner Regierungsviertel entstanden. Ein Ort, der eigentlich für Politik steht – und plötzlich für sehr persönliche Erinnerungen, für Kindheit, für Verletzlichkeit.

Begleitet wurde diese Arbeit unter der Schirmherrschaft von Katrin Krumrey, Landesbeauftragte für Kinder und Jugendliche des Landes Brandenburg. Viele der Kuscheltiere, die dort zu sehen waren, sind nicht einfach Objekte. Sie stehen für Erfahrungen. Für das, was Menschen mit sich tragen. Für das, was oft keinen Raum bekommt.

5.000 Kuscheltiere vor dem Parlament

Im April 2026 wurde daraus eine Aktion vor dem Brandenburger Landtag in Potsdam. Über 5.000 Kuscheltiere wurden gesammelt und vor dem Parlament platziert. Nicht als Dekoration, sondern als stilles, dichtes Zeichen. Ein Ort der Entscheidungen trifft auf etwas, das sonst kaum sichtbar ist: Kindheit in ihrer ganzen Realität. In Schutz. In Verlust. In Erinnerung. Es ist wichtig, dass diese Arbeit auch dort angekommen ist, wo Entscheidungen getroffen werden – in Gesprächen mit Abgeordneten, Ministern und der Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke.

Was als Aufruf begann, wurde zu einer Bewegung aus vielen Stimmen. Diese Arbeit ist jedoch kein abgeschlossenes Projekt. Sie bleibt ein fortlaufender Appell.

Denn jede einzelne Einsendung, jedes Kuscheltier, jede Geschichte macht sichtbar, was sonst leicht übersehen wird:

Dass Kindheit mehr ist als ein Bild –
und dass Verantwortung nicht abstrakt ist, sondern bei uns beginnt. So ist aus vielen einzelnen Stimmen etwas Gemeinsames entstanden. Etwas, das nicht mehr verschwindet, wenn man weitergeht.

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Macht die Teddy-Botschaft bei dir Halt? Dieses Kunstprojekt ist gigantisch und entstand durch die Teilhabe sehr vieler Menschen. Es mahnt zu mehr Sichtbarkeit im Kinderschutz, eröffnet Perspektive. Es hat es verdient, an vielen Orten gesehen zu werden.